Ich stellte mir vor, wie ich genüsslich, selbst wenn es keine Apfelschorle mit Cassis Flavor war, die eisgekühlte Flasche öffnete und sie an meinen vor Durst sabbernden Mund führte, als ich in diesem Moment das Einwerfen einer Münze vernahm. Hektisch zog ich meine Hand heraus, aber längst hatte der Transportschlitten sich in Bewegung gesetzt und meine vier Finger der rechten Hand erwischt.

Da ich nicht richtig erkennen konnte, wer das Geld eingeworfen hatte, bin ich erstmal davon ausgegangen, dass sie es war. Ich steckte fest. Ich steckte in der Klappe des Getränkeautomaten fest und verlor immer mehr die Geduld, als ich dann den Namen des Täters heraushörte.

„Heinrich, du Vollidiot! Siehst du nicht wie er gerade dabei ist sich die letzte Flasche zu ziehen?“

Heinrich? Das ist also sein Name? Ein Rufname der sich auf dämlich reimt? Wein nicht und lästig?

Sie eilte zu mir und versuchte mich zu befreien.

„Was starrt er dich denn auch so an?“ erwiderte Dämlich entrüstet.

Auf ihrem Armband las ich ihren Namen. Und er klang, trotz Einsilbigkeit, so selbstbewußt.

„Salina!“ rief Dämlich. “ Was soll das, lass uns gehen, der nächste Bus kommt gleich!“

„Ich kann ihn hier nicht hängen lassen“ rechtfertigte sich Salina.

Sam musste dann wohl ihr Freund sein. Und im wahrsten Sinne, hing ich hier wie ein Piel del Toro, herunterhängend, um getrocknet zu werden.

„Ja, sie hat Recht, ich kann hier nicht bleiben!“ meldete ich mich zu Wort.

Mit Staubwolken am Heck stoppte der Bus unweit vom Automaten und hüllte uns beide in Staub. Dämlich stieg ein, während sie unermüdlich versuchte meine Hand herauszubekommen.

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