Mit der rechten Hand versuchte ich nun an die letzte Flasche heranzukommen. Während ich nun auf Knien und mit dem Arm tief in die untere Klappe griff, sah ich sie immer noch in der Scheibe. Sie stand wie versteinert da und beobachtete mich, aber eher unauffällig, denn mit dem Finger spielte sie in ihrem kastanienbraunen Haar und verdeckte so ihren Blick. Was ich ihr im Gegenzug anzubieten hatte, war, wie der Franzose sagen würde, le derrière (sprich: löh derri-er). Mein Körper litt unter dem Schweiß, meine Arme waren mittlerweile so nass, dass ich mühelos durch die Klappe zur Flasche gelang. Der Flaschenhals hatte sich mit dem Transportschlitten verkantet. Mit meiner Fingergeschicklichkeit, die ich von meinem Vater geerbt hatte -er war ein grandioser Gitarist von unglaublicher Virtuosität- sollte es eigentlich kein Problem für mich darstellen. Im gleichen Augenblick realisierte ich, dass es sich hier um einen widerspenstigen Getränkeautomaten handelt und nicht um eine Gitarre. Nach zirka drei Minuten Ziehen und Zupfen vermochte ich endlich die Flasche vom Transportschlitten zu lösen. Ich stellte mir vor, wie ich genüsslich, selbst wenn es keine Apfelschorle mit Cassis Flavor war, die eisgekühlte Flasche öffnete und sie an meinen vor Durst sabbernden Mund führte, als ich in diesem Moment das Einwerfen einer Münze vernahm. Hektisch zog ich meine Hand heraus, aber längst hatte der Transportschlitten sich in Bewegung gesetzt und meine vier Finger der rechten Hand erwischt.

Sie  mag mich (1)

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