Kreatives Schreiben – Was ist das?

Definition

Kreatives Schreiben beinhaltet den produktiven Umgang mit literarischen Texten. Durch kreative Veränderung, durch Verlängern oder Verkürzen des Textes, die durch das eigene Verständnis von Text – Ästhetik enstehen kann, erfährt der Autor neue Möglichkeiten den Text in seiner Funktion zu betrachten. Der Schreiber wird dabei in seinem Schreibprozess angeleitet.

Beim bewußten Verändern des Textes wird also sehr stark die eigene Imaginationskraft gefordert. Spinner und Ruf, Autoren von vielen literarischen Werken zum Thema Schreibdidaktik, fasst das Kreative Schreiben wie folgt zusammen:

Irritation – Der Text entfaltet neue Ideen und eröffnet neue Perspektiven
Expression – Damit ist der Ausdruck von Authentizität gemeint
Imagination – Anregung der eigenen Fantasie

Das Kreative Schreiben dient zur Findung neuer Zugänge zum Verfassen und Verständnis eines beliebigen Textes wie etwa Gedicht, Roman, Rede oder Brief. Die kreativen Schreibmethoden können zudem die Schreibblockaden des Schreibers lösen.

Beispiel für einen Kreativ-Text

Bediene dich von Bildern, Geräuschen oder Reizwörtern! Hier ein Beispiel: Die Überführung von real zu surrealem

Paprika Röstzwiebeln im Brötchen mit Kochschinken und Krautsalat

Schreibauslöser: Hunger
Bildimpuls: Ein Werbeplakat (Snack des Monats) Paprika Röstzwiebeln im Brötchen mit Kochschinken und Krautsalat
Hilfsbegriffe: Bushaltestelle, Kopf, glücklich

Paprika-Röstzwiebel-Brötchen mit Kochschinken und Krautsalat, Snack des Monats. Mein Gesicht geflutet getaucht in Sonnenlicht. Ich nehme ein Sonnenbad. Mit geschlossenen Augen blende ich die Motorengeräusche der Busse aus und konzentriere mich- Paprika-Röstzwiebelbrötchen mit Kochschinken und Krautsalat. Snack des Monats! Köpfe, weiße Köpfe, schwarze Köpfe, Hohlköpfe, Kohlköpfe, Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Spitzkohl, Kohl,
Zigaretten, Abgas, Motorstandgeräusche, deftige Düfte aus der Bäckerei, Hörnchen allerlei
Paprika-Röstzwiebelbrötchen mit Krautsalat und Kochschinken.
Passanten, Kinder, Omis, Opis gehen, stehen, drängeln, rennen, laufen, wühlen im Selbstgespräch, ein Ich-Gespräch, ein Monolog, Fleisch, Fleischgeruch, Fleischeslust, Duft von Fleisch, Herzhaftes, mit Käse Überbackenes überzogen.

Paprika-Röstzwiebeln im Brötchen mit Kochschinken und Krautsalat. Ich schaue mich um-sabber schlabber- Passanten. Passanten mit Paprika und Röstzwiebel und Brötchen-Gesichtern. Motorgeräusche von großen Paprika-Bussen, Paprikaautos. Es regnet Röstzwiebeln, es fahren Krautsalat-Fahrradfahrer mit Brötchen im Gepäck, oh Schreck.

Bei Deichmann wühlen Paprikas nach Röstzwiebeln und Krautsalat. Die Frau hilft dem älteren Brötchen über die Röstzwiebel Strasse. Paprika-Röstzwiebel-Brötchen mit Kochschinken und Krautsalat, Snack des Monats.

Ich mono mono mono Monotonie sieh!

Paprika trifft Brötchen: „Hey du geiles Brötchen, ich suche etwas knackiges, frisches. Hey, du Schote bin schon vergeben, verbacken fertig zum vernaschen, verplant, verkannt, verannt. Ooh, uuh, aah. Welch´ ein Gaumenspektakel, ein Gaumengenuss. Schmatz, Schatz, Schatz schmatz. Kuss, Schluss, weil ich weg muss und zum Bus muss.“



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