Seh´ dich mit deinen Kittys, vor mir liegen
wo ich, wieder mal, nicht schlafen darf
würde so gerne dich im Arm jetzt wiegen
doch Nacht, die lange Schatten warf

Sie hat mein Herze mit dem Traum geeint
ich hab´ so Angst vor diesem Tag
noch nie im Leben, je so bitter geweint
wenn´s Herz mal nicht mehr mag

Zieht´s mich hoch, es lässt mich schreien
mit meinen Füssen, am oberen Ende
meine Hand nach deiner, Halt mir zu leihen
letzten Weg zu gehen, ohne Wende

Nur du sitzt noch lange, an meinem Grabe
während man am Schmause labend
malst die Liebe im Dreck, mit Fingerfarbe
halt meine Hand, bis in den Abend

Wenn du gehst, lässt du mir  Kitty sitzen
mit deinem kleinen Regenschirmchen
ich schick dir hindurch, durch die Ritzen
nochmal ein kleines Regenwürmchen

Du schaust es dir an und lässt es erzählen
nah am Herzen, die Hoffnung bringen
können sie mich dann nicht mehr quälen
so will ich dort mein Liedchen singen

Ich will nicht ewig noch Maschine sein
den anderen nur, Wärme zu spenden
will auch ganz nah, dem Sonnenschein
darin, am Ende mich so abzuwenden

Möchte einmal gern´ selbst schön träumen
sie nicht nach Celli schreien hören
einmal nur die Bäume, sich aufzubäumen
soll keiner meinen Traum zerstören

Du, mein Schatz, liebe dich wirklich, sehr
schreibe es nun, hier für alle Ewigkeit
diesen Schatz, den gab mir unsre Liebe her
im schönsten Gedicht, der unseren Zeit

Denn, du wirst mich, bis da oben berühren
in Sonne selbst und glühenden  Hitzen
lasse dich Kühlung durch den Regen spüren
zwei sicher unter´m Schirme sitzen

Mit traurigsten Augen, so siehst du mich an
es wird, dem ewig die Liebe, doch nie alt
doch Glück im Schatz, nimmst´s an, sodann
werde ich friedlich und nur langsam  kalt

© Sebastian Deya Nov. 2011

Gedachtes, Gedanken und Gedichte

If I die tonight
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4 Responses to If I die tonight

  1. Was ist denn „Gedankenspan“ ;-P ?

  2. Hey Sebastian,

    zu deiner Frage, die vermutlich gar keine ist:). Angenommen du bearbeitest einen Holzwürfel mit einem Hobel, um als finales Produkt eine Figur nach deinen Vorstellungen herauszuarbeiten, dann bleiben dir am Ende die Figur und die Holzspäne.

    Bei dem Text verhält es sich ähnlich. Du hast Gedankenspäne produziert in der Absicht eine Idee oder Message herauszuarbeiten. Der Begriff „Gedankenspan“ ist aber eher unüblich und findet wohl in der Lyrik Anwendung.

    Die Interpretation des Gedichtes liegt beim Leser. Denn selbst der Leser macht sich wiederum Gedanken(span) über die im Gedicht erwähnten Dinge, mit denen er sich identifiziert oder auch nicht.

    Ein Berg voller Gedankenspäne enstanden durch den Autor und Leser.

    Wie siehst du das?

    Grüße Vendog

  3. Hey,

    Darf nicht wahr sein. Jetzt hatte ich so nen schonen Kommentar, und dann komm ich (zum 1000000 Mal) auf die Scheiß-Maustaste für „zurück“ gekommen.

    Das entscheidende ist, Formen maximal zur auf-, nicht zur Abwertung zu gebrauchen. Denn jedes Gedicht, in dem etwas steckt, hat am Ende seine eigene Figur, die es wert ist, wenn sie nur gelesen wird. Und wenn man die Späne, die bleibt, als den GEMEINSAMEN Haufen wahr nimmt, der er ist,

    Kreativ sein, Gedichte schreiben im Spezillen, schult das Denken undgemein, vor allen Dingen das „reflektieren“ von Dingen. Paradox also, dass man in einer Welt, in der so viele Unverstandene und traurige Menschen leben, wie wohl nie zuvor, eiskalt die Behauptung aufzustellen: „Lyrik ist tot“. Man könnte meinen, man hat´s drauf abgezielt.

    Es heißt: „KUNST IST DER SPIEGEL DER ZEIT“.

    Könnte heißen: Neue Formen werden sogar GEBRAUCHT, wenn man sich kreativ ausdrückeden möchte. Denn die Zeiten haben sich geändert.

    Ich persönlich habe noch keine einzige Sekunde damit verbracht, Theorie zu lernen. Weil sie mir auch keiner angeboten hat. Nur an den Kopf geworfen manchmal. Und vor 15 Monaten erst angefangen, also bin ich selber noch Anfänger.

    Deshalb: Daumen hoch für dieses Blog. Nicht versuchen nachzumachen, sondern mitmachen. Dann geht´s vorwärts, von ganz alleine. Nicht nur beim Schreiben. Die Form schleift oder „hobelt“ sich ein, reine Ünungssache.

    Ich schicke nochmal zwei andere, völlig formfreie Texte ein, beim einen habe ich sogar bewusst (teilweise) die Rechtsschreibung außer acht gelassen, weil´s einfach thematisch passt.

    Peace

    Basti

  4. Hallo Sebastian,

    danke für deine unterstützenden Worte.

    Der Umgang mit der Sprache ist nicht jedermanns Sache. Daher dient dieses Blog eher dazu mit wenig literarischer Theorie auszukommen. Es soll sich aufs Wesentliche der Poesie beschränken. Ich kenne einige Schreiber, die mit Anaphern, Metaphern, Ellipsen, Allusionen und anderen literarischen Bildern und Vergleichen nur so um sich schmeißen, dennoch liest sich das Gedicht als stamme er von einem professionellem Autor. Die Fachbegriffe könnte er aber wohl kaum bennen (sind auch unwichtig!). Das Blog dient eher dazu mit Worten zu experimentieren und letztendlich Spaß am Schreiben zu entwickeln.

    Dazu gehören Originalität, Ideenreichtum und Inspiration- sich weniger Worte zu bedienen und dennoch so expressiv wie möglich zu sein. Wie du anfangs schonmal angedeutet hattest- Aussagen komprimieren und verdichten. Dem Optimum kann man sich nähern.

    Wohl wahr, (Schreib) Kunst ist aber nicht nur Spiegel der Zeit, sondern manchmal auch Spiegel der eigenen Seele, Wohlbefinden oder Unmut. So etwas fällt dann eher unter therapeutischem Schreiben. Dieses Blog könnte sich auch zu so etwas entwickeln, ist aber nicht primäres Ziel. Das Niederschreiben erleichtert und bewegt dazu andere mitzureißen.

    Wie ich es bereits in einigen Texten verfolgen konnte, tendiert der Tenor der Gedichte zu Missständen zu allen erdenklichen Themen der Gesellschaft. Je weniger der Schreiber um den heißen Brei redet bzw schreibt desto besser. Ich befürworte die kurze, knappe Anekdote. Den Kern der Aussage. Mich interessiert das „Wie“ ,das „Andere“ und das“ExtraOrdinär“.

    Grüße Vendog

    Danke für die Texte extraordinär 🙂

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